Aranda de Duero liegt im Herzen des alten Kastilien, im heutigen Bundesland Castilla y Leon, unweit von Burgos, Valladolid und anderen historisch bedeutsamen Städten wie Segovia und Soria und ungefähr 160 km nördlich von Madrid. Mit seinen 32.000 Einwohnern ist Aranda das Zentrum des Ribera del Duero, der Region am Duero, nach denen auch die Weine dieser Lage benannt wurden. Für Besucher ein schöner Abstecher in vergangene Zeiten und ein Ziel für Liebhaber guten Essens und guter Weine. Zahlreiche Bodegas und traditionelle Speiselokale bieten kulinarische Genüsse der Region an.
Dynamik und Geschäftssinn – ungeachtet dieser zeitgemäßen Tugenden werden in Aranda auch heute noch die Feste aus alter Zeit gefeiert. Das Ambiente für Traditionen findet man der historischen Altstadt:
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Iglesia Santa Maria La Real:
Die spätgotische Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert besitzt den besonderen Reiz von Bauwerken aus Zeiten sozialer oder politischer Umschwünge. Das schlanke und harmonische Mittelschiff gehört zwar zeitlich in die Spätgotik, aber dem aufmerksamen Beobachter entgehen sicher nicht eine Reihe interessanter Details, wie etwa die filigranen Arbeiten im Mudejarstil an der Chortreppe, die raffinierten plateresken Verzierungen am Aufgang zur Kanzel oder auch die verhaltene Spannung des romanischen Hauptaltars. Wie ein riesiger Wandteppich anmutend, ist die südliche Fassade des Gebäudes aus künstlerischer Sicht sicherlich die interessanteste. Sie wird Simón de Colonia (Simon von Köln) zugeschrieben. Die Reliefarbeiten zeigen Szenen aus dem Leben Jesu, umgeben von den Ikonen der Bauherren.
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Iglesia San Juan Bautista:
Die gotische Wehrkirche zu Ehren von Johannes dem Täufer wurde im Laufe des 14. Jahrhunderts erbaut. 1473 fand hier das Konzil von Aranda statt. Heute befindet sich in der Kirche das Museo Sacro, das wertvolle Werke der sakralen Kunst enthält, zum Beispiel das Altarbild „Las Calderonas“.
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Die mittelalterliche Brücke über den kleinen Fluss Banuelos, der kurz darauf in den Duero mündet, war Zugang zum Stadtteil Tenerías.
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Plaza Mayor heißt wie überall in Spanien der wichtigste Platz der Stadt, wo sich Rathaus und Touristenbüro befinden, in Aranda außerdem das CIAVIN, ein Museum, in dem Anbau und Kultivierung des Weins in den unterirdischen mittelalterlichen Lagerstätten der Stadt veranschaulicht wird. An der Plaza del Trigo befindet sich das modern gestaltete Kulturhaus der Stadt.
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Viele kleine Altstadtgassen laden zum Verweilen und Flanieren ein.
Eine kurze Zeitspanne in seiner Geschichte ausgenommen, ist Aranda de Duero immer eine freie, ausschließlich der Krone unterstellte Stadt gewesen und hat dieses Privileg zu allen Zeiten verteidigt. So konnte sich hier ein schwunghafter Handel entwickeln, der auch Adelsfamilien, Glaubenskongregationen und Kaufleute gleichermaßen anzog. Sie gaben dem Ort sein Gepräge und hinterließen auch in der Architektur ihre Spuren. Gebäude und Paläste aus Stein entstanden inmitten der ursprünglichen Bebauung aus Fachwerkhäusern, die heute zum größten Teil aus dem Stadtbild verschwunden sind.
Auch unterirdisch ist Aranda de Duero eine spannende Stadt: Ein Labyrinth von mittelalterlichen Bodegas – womit hier echte Weinkeller gemeint sind, nicht einfach Lokale dieses Namens – zieht sich mehrere Kilometer unter der Altstadt hin. Teile davon sind noch heute zugänglich und können zum Beispiel als Museum für den Ausbau und die Lagerung der Weine besichtigt werden, oder werden bei Festen und von Vereinen genutzt.
Wein hat hier immer eine entscheidende Rolle gespielt. Dem Wein ist es auch zu verdanken, dass Aranda de Duero heute den ältesten historisch nachweisbaren Stadtplan Spaniens besitzt. Als Faksimile ist er ein schönes Souvenir für auswärtige Gäste, und seine Entstehungsgeschichte, bei der es um einen Rechtsstreit wegen eines Weinkellers geht, ist darin auch nachlesen.
Die Bürgerinnen und Bürger Arandas waren von ihrer Stadt seit jeher begeistert. Von ihrer Liebe zur Heimat zeugt auch ein altes Volkslied, das hier sinngemäß frei übersetzt wird, da es sich im Original um ein Wortspiel bzw. einen Reim handelt:
Aranda, Aranda, Arandilla,
Aranda, du meiner Seele Trost, (spanisch: consuelo)
Wer wär’ nicht gerne in Aranda,
und müsst er schlafen auf dem Lattenrost! (im Spanischen: …auf dem Boden – suelo)
Für heutige Gäste zum Trost: Sie müssen weder auf dem Boden noch auf dem Lattenrost liegen! Ein gutes Angebot an Hotels und anderen Unterkünften in der Stadt bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel weitaus bequemere Übernachtungsmöglichkeiten.
Ein Besuch lohnt sich vor allem während einem der zahlreichen Feste. Wer im Frühling in die Gegend kommt, wird in einer ganzen Reihe von Ortschaften die „Marzas“ hören – rituelle Gesänge romanischen Ursprungs, mit denen das Erwachen der Natur gefeiert wird. Zum alten Brauchtum in diesem Landstrich an den Ufern des Duero gehört auch, einen „Maibaum“ zu pflanzen. In Aranda wird stattdessen das „Maikreuz“ aufgestellt. An Ostern kann man Engel vom Himmel schweben sehen: Beim spektakulären „Bajada del Ángel“ steigt der Engel in Person eines kleinen Mädchens, das an sicher an einem Seil befestigt schwebt, vom Himmel über Aranda ab. An Pfingsten feiert Aranda die Fiestas Patronales: Die Schutzpatronin der Stadt, die „Jungfrau der Weinberge“, wird in einer Prozession durch die Straßen getragen, begleitet von den schrillen Zurufen der Festteilnehmer und dem Klang von Hunderten von Kastagnetten. Die tanzenden Anwohner bitten auf diese Weise ihre „Virgin de las Vinas“ um Wasser für das Erntejahr – und natürlich um Wein, damit weitergetanzt werden kann.
Das Leben am Fluss, am Ufer des Duero, war Grund für die Entstehung Aranda de Dueros. Dieser Fluss – der unter dem portugiesischen Namen Douro bei Porto schließlich in den Atlantik mündet - gab dem Ort und dem wichtigsten Anbauprodukt der Region, dem Wein, seinen Namen: Aranda de Duero und Ribera del Duero. Arandas Geschichte beginnt als Kreuzungspunkt der das Land durchquerenden Straßen. Der Platz wurde bald Station und Treffpunkt von Reisenden aus aller Welt, insbesondere zu Marktzeiten oder zu Festen. Das hat den Ort geprägt und seine Gassen mit Herbergen und Wirtshäusern aller Art gefüllt. Der Duero durchquert Aranda und trennt es in zwei Stadtteile: Aquendeduero und Allendeduero. Daher auch die Bedeutung der Brücke über den Fluss: Wo heute der Verkehr von einer Seite zur anderen fließt, zogen einst Soldatenheere, Siedler, Handelsleute aus aller Welt und Schafhirte mit ihren Herden über den Duero. Das Bauwerk ist stummer Zeuge vieler Ereignisse, die den Dichter Rafael Alberti inspirierten, der Brücke in seiner Gedichtsammlung „La amante“ ein Denkmal zu setzen. Auch in einem populären Volkslied ist von ihr die Rede:
„Von der Brücke von Aranda
sprang der Onkel Juanillo,
und er sprang und sprang,
aber er hat sich nicht umgebracht.“
Gut zu wissen, und dazu hätte er in Aranda auch heutzutage keinen Grund - in der Stadt lässt es sich gut leben! Hier versteht man, Tradition und moderne Lebensweise erfolgreich miteinander zu verbinden. Die Landwirtschaft hat sich zu allen Zeiten um den Wein und die Schafzucht gedreht. Auch heute überzeugen die regionalen Produkte durch anerkannt gute Qualität. Unter der Ursprungsbezeichnung „Ribera del Duero“ werden Weine weltweit verkauft. Der Erfolg gründet sich dabei auch auf die Anpassung der Rebsorte „Tinta del Pais“ an die lokalen Gegebenheiten und Böden in der Region. In den traditionsreichen Speiselokalen von Aranda de Duero werden dazu Spezialitäten wie Milchlamm serviert - nach altem Brauch im Steinofen gebraten, was den unverwechselbaren Geschmack ausmacht - sowie Fladenbrot und Salate aus einheimischem Gartenanbau gereicht. Eines der herzhaften Gerichte, die Liebhaber der regionalen Küche nach Aranda zieht.
Das Klima bewegt sich im Sommer zwischen 35 Grad Celsius am Tage und 20 Grad in der Nacht, im Winter dagegen zwischen nur 12 Grad am Tage und in den Nächten an der Frostgrenze. Die Temperaturschwankungen resultieren aus der Lage der Stadt auf immerhin 800 m Höhe.